Uber v. Taxi

Stellt euch vor ihr wollt arbeiten und findet eine Stelle die euch gefällt. Man könnte jetzt sagen alles perfekt, bis ich die BZ Basel gelesen habe. Eigentlich ging es im Artikel eher um Hans der mit seinem Jaguar für UBER auf den Basler Strassen herumfährt, aber zu Hans komme ich später. Als es zum Gespräch mit dem Taxifahrer kam wurde ich wachgerüttelt. Darf es sein das der Taxihalter um überhaupt an Kundschaft zu kommen sich bei einer Taxizentrale für 1000.- pro Monat einkaufen muss ? Das wäre das gleiche wie wenn mein Chef mir sagen würde ich müsste 1500.- pro Monat bringen das ich überhaupt bei ihm arbeiten darf. Das es nicht gratis sein würde war mir bekannt, aber so viel ? Das grenzt fast an Nötigung und Erpressung. Ob man es glaubt oder nicht; dieses Vorgehen hat den Segen der Regierung; Es besteht auf die Anschlusspflicht. Hier sehe ich den grössten Kostentreiber im Taxigewerbe. Die Administration, sprich die Zentrale. Ebenso die verschiedenen Tarife. Am Tag sind sie bei den Taxis knapp über dem Preis von Uber. Kein Wunder; mit unserem super ÖV ist auch nicht Wirklich eine Nachfrage da und die Taxis stehen fast immer rum, die kommt erst wenn der ÖV in seine wohlverdiente Pause geht und dann wird es krass. Das weiss jeder Nachtgänger wenn er am frühen Morgen nach Hause will. Heuwaage-Therwil kommt da dann leicht auf 60-70 Franken. Wohlgemerkt, die gleiche Strecke ist am Tag trotz Verkehr und längerer Fahrt meist 15 oder 20 Franken billiger.

Ich verstehe jeden der dies als Abzocke auffasst. Womit wir jetzt wieder zu Hans und seinem Jaguar kommen. Er fährt für UBER, der meist gehassten App der Welt unter den Taxifahrern aber der heiss geliebten App der Partygänger und der Normalsterblichen. Diese App macht im Prinzip die Taxizentrale überflüssig. Sie ist die Schnittstelle zwischen Driver und Rider. Kein lästiges Anrufen mehr, keine Suche mehr nach Strassennamen um sie der Zentrale anzugeben. Es geht alles mit einem Knopdruck. Dieser löst die Bestellung aus und lokalisiert auch den Standort vom Besteller zur Zeit der Bestellung. Die Anfrage wird an den Driver gestellt der sich am nächsten zum Bestellort befindet. Es werden keine Driver bevorzugt wie ich es von Taxizentralen ab und zu erfahren habe.

In der Schweiz gibt es 3 Kategorien von UBER ; POP, X und BLACK. Sie unterscheiden sich in der Preisstruktur. Pop ist 1.35 pro Km, bei X sind es 2.20 pro Km und bei der luxusvariante Black sind es 3.50 pro Km. Über die Kategorie X und Black müssen wir nicht reden, die sind klar an einem wirtschaftlichen Gewinn orientiert und haben diesbezüglich auch von Uber klar mit Fahrtenschreiber und einem Eintrag im Fahrzeugausweis „Personentransport“ ausgestattet zu sein. Klar auch bei diesen Fahrern die den 121er Eintrag im Führerausweis haben müssen.

Bei UberPOP scheiden sich die Geister. Ich gebe euch hier die klare Definition was „gewerbsmässiger Personentransport“ ist:

ubervstaxi

Das die UberPOP Fahrer regelmässig fahren ist klar. Aber die UNIA verschweigt bewusst die 2. Komponente die dazu notwendig ist; Der wirtschaftliche Erfolg. Ich bin zwar nur Lastwagenchauffeur, aber wenn der Jaguar von Hans mit 1.35 pro Km einen Gewinn einfährt dann wäre mir das neu. Gleiches gilt für die beiden Teslas und den Zafira. Deren Selbstkosten kann man locker jenseits der 1.20 Grenze ansiedeln. Was die Äusserung von Hans angeht mit den 40.- Stundenlohn, naja ich denke schon das er in 1 Stunde 40 Franken Einnahmen gemacht hat. Aber er sagt nicht wieviel Km er dazu machen musste. Jeder Taxifahrer weiss das man nach dem Absetzen wieder leer in die Stadt muss. Das ist bei Uber nicht anders, um 4.30 will niemand von Therwil in die Stadt. Also ist die, in meinen Augen, Angeberei von Hans nicht so ernst zu nehmen.

Ich sehe UBER auch als Chance für die Taxihalter um Druck auf die Zentralen machen zu können. Das Prinzip der Taxizentrale war vor 20 Jahren perfekt durchdacht. Wer aber den technologischen Fortschritt nicht mitmacht oder verschläft wird früher oder später die Quittung dafür erhalten. Oder stellt euch vor unsere Transportunternehmen würden immer noch 20jährige Saurer einsetzen und damit durch die Stadt kurven. Mittlerweile sind wir bei der neusten Generation von Euro6 Motoren angekommen.

In diesem Sinne; Jede anfängliche Bedrohung muss auch als Chance angesehen werden.

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